Warum «Aufbruch statt Abbruch»?

Noch immer werden viele Gebäude abgebrochen, die ihr Lebensende noch lange nicht erreicht haben. Solche Rückbauten sind nicht nur ökologisch bedenklich, sie verdrängen im Fall von Wohnbauten auch Menschen aus ihrem Lebensraum mit den ihnen vertrauten sozialen Strukturen. Oft werden unter dem Titel der Verdichtung Ersatzneubauten erstellt, die statt zu mehr nur zu grösseren Wohnungen führen.

Die Gründe für den Abbruch sind vielfältig. Manchmal stellt der Erhalt von Bauwerken tatsächlich eine Herausforderung dar, der sich viele Bauherrschaften und Planende gar nicht erst stellen wollen. Das hat nicht selten mit fehlendem Wissen und dem Mangel an guten Beispielen zu tun.

Die SIA-Fachgruppe für die Erhaltung von Bauwerken (FEB) möchte diese Lücke mit der Plattform «Aufbruch statt Abbruch» schliessen. Diese gliedert sich in zwei Bereiche:

Die «Bauten-Sammlung» zeigt Bauwerke aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die in den letzten zehn Jahren instandgesetzt, umgebaut, umgenutzt oder erweitert wurden. Auf diese Art soll der Beweis angetreten werden, dass auch Bauten der Boomjahre eine Zukunft haben, obwohl deren Bauweisen häufig fragiler sind als bei älteren Gebäuden. Die Sammlung bildet ein möglichst breites Spektrum an Eingriffstiefen ab und ist mit Kennwerten unterlegt. So zeigt sie zweierlei: Einerseits können Altbauten annähernd auf Neubau-Niveau gebracht werden, andererseits gibt es Bauherrschaften, die nicht so weit gehen und deren Mieterschaft mit den vermeintlichen «Mängeln» gut leben kann.

Die «Wissensplattform Bauen im Bestand» zeigt mit konkreten Fragen und Antworten auf, welche Spielräume und Ausnahmen die aktuell geltenden Gesetze, Normen und Regeln der Baukunde bereits bieten – denn Sanierungsprojekte führen nicht in jedem Fall zur Anwendung der Normen nach Neubau-Schema. Vor diesem Hintergrund soll das nach Fachthemen bereitgestellte Wissen einen differenzierten Umgang mit spezifischen Gegebenheiten im Bestand ermöglichen.

Das Ziel von «Aufbruch statt Abbruch» ist, das Weiterbauen im Bestand zu stärken – für den Klimaschutz, für den sozialen Zusammenhalt und zur Pflege unseres baukulturellen Erbes.

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SIA-Fachgruppe für die Erhaltung von Bauwerken (FEB)

Die Fachgruppe für die Erhaltung von Bauwerken des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverein (SIA) versteht sich seit ihrer Gründung im Jahr 1994 als interdisziplinäre Plattform für alle an der Bauwerkserhaltung Beteiligten. Sie richtet sich an Architekt:innen und Bau- und Fachingenieur:innen, die sich als Projektierende, Ausführende, Betreibende oder Besitzende von Immobilien mit der Erhaltung von Bauten beschäftigen. Unter Erhaltung werden Massnahmen wie Instandsetzung, Anpassung an neue Anforderungen, Umnutzung, Teilersatz oder Ergänzung verstanden. Zudem soll vermehrt bereits bei Neubauten die zukünftige Erhaltung eingeplant werden. Die Tätigkeiten der FEB bezwecken die Etablierung der Bauwerkserhaltung als wichtigen Bestandteil des sinnvollen und klimaschonenden Bauens. Durch attraktive Angebote will die FEB die Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich sicherstellen und zu einem praxisbezogenen Erfahrungsaustausch beitragen.

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«Aufbruch statt Abbruch», die praxisnahe Sammlung und Wissensplattform zum Bauen im Bestand, wird von zwei FEB-Arbeitsgruppen gepflegt und weiterentwickelt.

Arbeitsgruppe «Bauten-Sammlung»

Arbeitsgruppe «Wissensplattform»

Wir bedanken uns für die Unterstützung der Wissensplattform durch folgende Sponsor:innen

Hauptsponsor:innen und öffentliche Partner:innen

  • Alfred Müller AG
  • Kanton Basel-Stadt
  • Kanton Zürich
  • SIA Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein
  • Stadt Luzern
  • Stiftung Edith Maryon

Gönnerinnen und Gönner

  • Allgemeine Baugenossenschaft Zürich
  • Bahoge Wohnbaugenossenschaft
  • Gross AG
  • GWG Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Winterthur
  • Isover Saint Gobain
  • SIA Sektion Winterthur
  • Siedlungsgenosschenschaft Eigengrund

Freundinnen und Freunde

  • Hesta Immobilien