Bau des MonatsHegianwandweg
Stücheli Architekten haben in Zürich eine genossenschaftliche Siedlung aus den frühen 1950er-Jahren mit minimalen Eingriffen saniert. Im Fokus stand der Erhalt kostengünstiger Wohnungen. Mit einem differenzierten Dämmkonzept wurden aufwändige Lösungen umgangen und gestaltprägende Details bewahrt.
Welches Ziel bezweckte das Bauvorhaben?
Die aus sechs Baukörpern bestehende Siedlung wurde 1950-1952 für die Familienheim Genossenschaft Zürich erbaut. Die zwei- bis viergeschossigen Gebäude weisen hauptsächlich kleine Wohnungen mit eineinhalb bzw. zweieinhalb Zimmern auf, mit einigen grösseren Wohnungen bis viereinhalb Zimmern. [Ergänzungen zu Nutzung, Geschichte, Bedeutung]. Die letzte Sanierung fand in den 1980er-Jahren statt. [Details ergänzen?] Es galt nun, die Häuser für einen Zeithorizont von weiteren 40 Jahren zu erneuern.

alle Dachaufbauten sind entlang des Firsts angeordnet (Foto: Studio Willen)
War ein Abbruch jemals ein Thema? Wenn ja, weshalb wurde er verworfen?
Die Siedlung ist nicht inventarisiert, aber im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) mit dem Schutzziel A erfasst. Darüber hinaus war die FGZ daran interessiert, die mehrheitlich kleinen und günstigen Wohneinheiten erhalten zu können.
Gibt es Qualitäten im Bestand, inkl. Aussenraum, die das Projekt beeinflusst haben?
Die informelle Setzung der Wohnhäuser im Hang steht im Gegensatz zu den umliegenden, zeilenartigen Siedlungen am Friesenberg. Wie jedes einzelne Gebäude ist auch jeder durch die Komposition entstandene Aussenraum spezifisch. Die einheitliche, schlichte und sorgfältige Architektur lässt die Siedlung dennoch als Ensemble wirken.

Wie gross war die Eingriffstiefe? Welche Bauteile wurden wie instandgesetzt, ertüchtigt oder ersetzt?
Die Eingriffe fokussierten auf die energetische Verbesserung der Gebäudehülle und die Sanierung der Leitungsstränge, mit einhergehendem Ersatz der Küchen und Bäder in allen 87 Wohnungen. Die Dämmmassnahmen wurden auf wirksame Grossflächen wie Dächer und Kellerdecken, sowie auf die Stirn- und Laubengangfassaden mit grossem Wandanteil beschränkt. An den mehrheitlich nach Süden ausgerichteten Fassaden, entlang derer die Wohn- und Schlafzimmer angeordnet sind, wurden lediglich die Fenster ersetzt; das Aufbringen einer zusätzlichen Isolation hätte den architektonischen Ausdruck empflindlich verändert. [evtl. weitere Argumente ergänzen.] Eine Indach-PV-Anlage dient als neue Dachdeckung.
Worin bestand die grösste Herausforderung?
Die Kombination der Eingriffstiefe mit einer durchgetakteten Etappierung in vermietetem Zustand war die grösste Herausforderung dieses Vorhabens. Dazu kamen Überraschungen beim Rückbau, wie zum Beispiel die Entdeckung, dass gewisse statisch eingebundene Decken- und Mauerstreifen während der Sanierung in den 80er-Jahren weggespitzt worden waren.
Welche Erkenntnisse haben Sie bei der Arbeit an diesem Projekt gewonnen?
Es war anspruchsvoll, neue, den heutigen Anforderungen entsprechende Elemente in eine Bausubstanz zu integrieren, die nach den Vorgaben von 1950 dimensioniert und materialisiert wurde. Es lauert immer die Gefahr, «Verschlimmbesserungen» vorzunehmen, zum Beispiel, wenn vorfabrizierte Rahmen für neue Steigzonen in winzigen Bädern mit eingelegten Leitungen integriert werden müssen. Oder wenn breite, schwere und in Fluchtrichtung öffnende Brandschutztüren als neue Abschlüsse auf engem Raum verbaut werden müssen. In diesen Situationen halfen die präzise Koordination der Details, um wo immer möglich zusätzliche Zentimeter zu gewinnen, und die Suche nach einvernehmlichen Kompromissen mit den jeweiligen Behörden.
Welche Vorarbeiten wurden geleistet, bevor das Vorprojekt beauftragt wurde?
Es fand eine Befragung der Bewohnenden zu erwünschten Verbesserungen statt. Im Vorfeld wurde ebenfalls die gesamte Kanalisation der Siedlung saniert. [evtl. Ergänzungen]

Gab es Vorbilder/Referenzobjekte, an denen Sie sich orientiert haben?
Der Bestand selbst.

Briefkastenanlagen als Zeitzeugen belassen
(Foto: Studio Willen)
Was würden Sie oder die Bauherrschaft rückblickend anders machen/angehen?
Im Rahmen der Projektierung wurden die geplanten Massnahmen den Bewohnenden vorgestellt. Es wäre hilfreich gewesen, kurz vor Baubeginn anhand der Detailpläne noch einmal über die Zusammenhänge des Projekts und die konkreten Veränderungen, die durch den Umbau entstehen würden, zu informieren, um die Akzeptanz der Bewohnenden beim Wiedereinzug in ihre Wohnungen zu erhöhen.


Kennwerte des Hegianwandwegs
| Mengen, nach SIA 416 | vorher | nachher * |
|---|---|---|
| Gebäudevolumen (GV), m³ | 22'107 | 22'107 |
| Geschossfläche (GF), m² | 9'413 | 9'413 |
| Hauptnutzfläche (HNF), m² | 3'759 | 3'759 |
| Funktionale Einheiten (FE), Stk. | 88 | 88 |
| BKP 1 Vorbereitungsarbeiten | 135'319 | |
| BKP 2 Gebäude | 15'608'522 | |
| BKP 4 Umgebung | 398'332 | |
| BKP 5 Baunebenkosten | 533'025 | |
| BKP 9 Ausstattung | 0 | |
| BKP 1-9, CHF | 16'675'198 | |
| BKP 2, CHF/m³ GV | 710 | |
| BKP 2, CHF/m² HNF | 4'150 | |
| BKP 2, CHF/Stk. FE | 177'370 | |
| BKP 1-9, CHF/m³ GV | 750 | |
| BKP 1-9, CHF/m² HNF | 4'440 | |
| BKP 1-9, CHF/Stk. FE | 189'490 | |
| Energiebezugsfläche EBF, m² | 5'039 | 5'039 |
| Heizwärmebedarf Qh, kWh/m²a | 135 | 68 |
| Grenzwert Qh,li für Umbauten, kWh/m²a | (Einzelbauteilnachweis) | |
| Heizwärmebedarf Qh, in % des Grenzwertes | – | |
| Elektrizität, inkl. Wärmepumpe (falls vorhanden), kWh/m²a | 29 | 29 |
| Gesamtenergiebedarf (Heizwärmebedarf + Elektrizität), kWh/m²a | 164 | 96 |
| Energieerzeugung | Fernwärme | Fernwärme |
| Eigenenergieversorgung erneuerbare Energie (PV, SK, Umweltwärme), kWh/m²a | 0 | 93 |
| Art der erneuerbaren Energie | Photovoltaik | |
| Lüftungskonzept: | ||
| Luftschallschutz Decke Di, dB (mind. ≥ 52.0 dB nach SIA 181) | – | – |
| Trittschallpegel Boden L', dB (max. ≤ 55.0 dB Umbau gemäss SIA 181) | – | – |
| In welchem Umfang sind Bauteile ertüchtigt worden? | ||
| Musste eine massgebliche Reduktion beantragt werden? | Nein | |
| Erfüllungsfaktor αeff nach SIA 269/8 oder gem. Merkblatt SIA 2018 | 0.30 – 0.50 (je nach Gebäudetyp) | unverändert |
| nach welcher Norm berechnet? | SIA 269/8 | |
| Nachhaltigkeitslabel | – | |
| Treibhausgasemissionen Erstellung und Betrieb gem. SIA 2040, THG (kg CO2-eq/m²a) | 71 | 31 |
| Wohnungszugänglichkeit gem. BEHIG? | Nein | Nein |
| Wohnungen vollständig behindertengerecht anpassbar? | Nein | Nein |
Eckdaten
| Bauwerkname | FGZ-Etappe 17, Hegianwandweg |
| Ort | Hegianwandweg 35 / 37 / 39 / 41 / 45 Arbentalstrasse 24 / 26 / 28 / 30 8045 Zürich |
| Auftragsart | Planerwahlverfahren |
| Jahr der Fertigstellung | 2025 |
| Baujahr Bestand | 1952 (Architektur: M. Zollinger, J. Kristol Architekten, Zürich) |
| Bauweise | Massivbauweise (Stahlbeton, Mauerwerk) |
| Bauherrschaft | FGZ Familienheim-Genossenschaft Zürich |
| Architektur & Generalplanung | Stücheli Architekten AG, Zürich |
| Bauleitung | Demmel & Partner Baumanagement AG |
| Fachplaner | Bauingenieur: Skylight Planung KlG HLS-Planung: Klimawandler AG Elektroplanung: tlp Thomas Lüem Partner AG |
| Spezialisten | Altlasten: Friedli Partner AG Nachhaltigkeit: Basler & Hofmann AG Bauphysik: Bauphysik Schweiz AG Brandschutz: Brandschutzwerkstatt GmbH |








